Paris: Cimetière du Père Lachaise


Der Friedhof Père Lachaise ist ein ungewöhnliches, aber beliebtes Ausflugsziel. Der Friedhof fand seinen Anfang bereits 1803, wurde dann immer mehr erweitert und hat heute riesige Ausmaße. Das besondere an diesem Ort sind nicht nur die teilweise steinuralten Gräber und Mausoleen, sondern auch, dass hier viele Berühmtheiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, unter anderem Oscar Wilde, für den ich extra dorthin gekommen bin. Für Touristen kann dieser Ort auch als Verschnaufpause von der Pariser Hektik gesehen werden, da der Friedhof mehr einem Park ähnelt, durch den man flanieren kann. 



Ihr könnt mit der blauen Metrolinie 2 an der Station "Pere Lachaise" aussteigen und direkt auf der gegenüberliegenden Seite den Seiteneingang benutzen. Aber ihr könnt auch die popelgrüne Linie 3 nehmen und am "Gambetta" die Straße zum Haupteingang hochgehen. Das ist beinahe die bessere Idee, weil es dort noch Blumengeschäfte gibt, bei denen ihr ein schönes Mitbringsel erwerben könnt. Es gibt viele Leute, die an den Gräbern von Edith Piaf oder Oscar Wilde Blumen als Zeichen der Verehrung niederlegen. Das ist eine schöne Geste und ihr braucht euch dabei nicht komisch vorkommen.








Das gemeine an diesem Friedhof ist seine Größe und dass es nur an den jeweiligen Ausgängen Pläne gibt. Das heißt, dass ihr euch zu Beginn gleich den Plan abfotografieren solltet, oder euch einen Papierplan besorgen solltet, denn man kann sich sehr gut verlaufen. Einfach auf gut Glück losspazieren und "mal sehen, was man so findet" geht hier völlig nach hinten los. Die Wege sind unübersichtlich und verzweigt. Auf dem Plan sehen die Entfernungen auch nicht so weit weg aus, was jedoch täuscht.


Bitte führt euch auch vor Augen, dass dieser Friedhof heute noch in Betrieb ist. Das ist kein stillgelegter Park, wo man eben schick picknicken kann, und nebenbei schaut man sich alte Gräber an. Das ist auch der Grund warum man keinen Eintritt zahlen muss und warum man so viele verschiedene Arten von Gräbern hier findet. Manche sind schon über hundert Jahre alt, manche noch sehr neu und frisch. Über die Gestaltung der Gräber gibt es keine Vorschriften, weshalb im Prinzip jeder machen kann, was die Geldbörse hergibt. Daher kann man sowohl riesige Mausoleen bewundern, als auch feine, schlichte Gräber. Viele der alten Gräber sind schon zerstört oder verwüstet worden, was sehr schade ist, denn auch die kleinen Sanktuarien sehen sehr schön aus.




Das Gelände ist an einem Hügel angelegt, weshalb ihr manchmal ordentlich kraxeln müsst. Dafür habt ihr von ganz oben einen herrlichen Ausblick über das Gelände und über Paris.






Ich habe - nachdem ich 2 Stunden planlos umhergelaufen bin - das Grab von Oscar Wilde gefunden. Dieses Grab ist, anders als andere, von einem Glaskasten umgeben, dass die Stätte beschützen soll: nämlich vor wilden Verehrerinnen. Es ist wohl üblich, den Stein mit Küssen in allen möglichen Farben zu übersäen. Leider schadet dies dem Stein und die Reinigung wird immer noch von der Familie persönlich getragen, was - so kann ich mir vorstellen - ganz schön ins Geld gehen kann. Ich hatte zwar auch meinen Lippenstift dabei, jedoch habe ich dann auf einen Kuss verzichtet. Außerdem kann man auch auf den Bildern erkennen, dass bereits ein gewisses Körperteil der Statue abgebrochen und entwendet wurde. Das finde ich unmöglich. Gerade weil man doch diesen Menschen so verehrt, sollte man sein Grab auch unbeschadet bleiben lassen.






Neben Edith Piaf und Oscar Wilde wurden noch unzählige andere Berühmtheiten aus Kunst, Kultur und Politik dort begraben. Zum Beispiel Marcel Proust (Schriftsteller, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit), Rossini (Komponist, der Barbier von Sevilla), Seurat (Maler), Jim Morrison (Musiker), Bizet (Komponist), Maria Callas (Opernsängerin) und noch viele andere. Es gibt eine Liste, die ihr euch vor eurem Besuch zu Gemüte führen könnt, um euch besser vorzubereiten.




Der Friedhof schließt um 18:00 Uhr. Ab 17:30 Uhr läutet die Vorsteherin eine Glocke am Haupteingang, damit jeder bescheid weiß. Die Türen der anderen Eingänge sind dann geschlossen. Da der Friedhof sehr groß ist, solltet ihr euch dann auch schleunigst auf den Weg machen, es sei denn, ihr möchtet eine Nacht dort verbringen.

Auf den folgenden Seiten könnt ihr euch noch mehr informieren:

Paris - Offizielle Seite des Tourismusbüro
Virtueller Rundgang mit Grabsuche
Wikipedia-Grabliste

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