Anja liest: Stefan Wollschläger - Friesenklinik


Der Osnabrücker Autor Stefan Wollschläger hat einen weiteren Ostfriesenkrimi herausgebracht. Darauf habe ich mich schon gefreut.


Diesmal hält der Fall für Diederike Dirks und Oskar Breithammer einige Verwirrungen bereit. Das ist der zweite Fall der beiden Ermittler in Ostfriesland und wieder geht es durch die ganze Gegend, um den Täter zu finden.


Die Leiche der jungen Journalistin Bente Bleeker wird auf einem Containerplatz gefunden. Schnell wird klar, dass das Mädchen mit K.O-Tropfen umgebracht wurde und es wird von einem Unfall ausgegangen. Es wird vermutet, dass der Täter Anfänger war und sich in der Dosis geirrt hatte. 

Gleichzeitig erfährt man von Jorina Rewerts, die einen Albtraum in der Kinderwunschklinik erfährt. Ihre Eizellen, die sie vor 10 Jahren hat einfrieren lassen, sind plötzlich verschwunden. Aber nicht nur die, sondern auch ihre gesamten Unterlagen, die sie über den Eingriff hat, sind nicht mehr auffindbar. Hat sie sich den Klinikaufenthalt etwa nur eingebildet? Ist sie jetzt völlig schwachsinnig geworden?

Dann kommen die Ermittler mit Hilfe des Bruders des Opfers, der auch bei der Tageszeitung arbeitet, auf eine Story, die Bente verfolgt zu haben schien. Alles läuft nach Plan, absolut schlüssig und logisch, und auch der Täter ist schnell gefasst. Party! 

Moment! Das Buch ist doch erst zur Hälfte durch... Was denn jetzt noch? 

Es wird weiter ermittelt. Diederike (den Namen finde ich übrigens total genial!) glaubt nicht an ihre eigenen Ergebnisse und rollt den Fall weiter auf. Nach und nach kommen Einzelheiten hervor, die einen erschrecken und fesseln. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe sogar noch beim Essen gelesen.



Der Fall strickt sich kompliziert, aber es verwirrt nicht so sehr, dass man nicht mehr mitkommt. Der Höhepunkt des Buches ist so spannend geschrieben, dass ich währenddessen eine ganze Tüte m&ms weggeknabbert habe. Durch dieses Buch bin ich dick geworden! Gut, dass es auch irgendwann mal ein Ende hat. Jetzt gibt´s wieder Diät.

Das Ermittlerduo ist mir absolut sympathisch. Sie ergänzen sich super und ich mag Diederikes Humor. Es gab einige Passagen bei denen ich herzlich lachen musste. Aber auch die anderen Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Jeder hat eine eigene Seele, sie sind nicht austauschbar und man mag sogar den komischen Kollegen mit dem Flachwitz. 

Das Ende war etwas abrupt, aber da alle Einzelheiten aufgeklärt waren, gab es auch nichts weiter zu erleben. Am besten hat mir tatsächlich gefallen, dass der Täter am Ende sein Fett wegkriegt. Yeah! "Da siehst du, Kind: Verbrechen zahlt sich eben doch nicht aus.", hätte meine Oma jetzt gesagt.

Mir hat der Nachfolge-Krimi von Stefan Wollschläger sehr gefallen. Der Autor hat eine klare, unmissverständliche Sprache und baut auch Lokalkolorit mit ein. Da ich sehr gern in Ostfriesland unterwegs bin, habe ich einige Orte wiedererkannt und mich darüber sehr gefreut. Es gibt sogar wieder Ostfriesentee, diesmal allerdings in etwas anderer Form, als üblich. Die Story ist, trotz der Irrungen und Wirrungen, sehr deutlich und geradlinig. Die Handlungen und Erkenntnisse der Ermittler leuchten ein und sind logisch. Zwischendrin dachte ich auch mal, dass es jetzt ein bisschen zu abgehoben wird, aber auch das wird ganz einleuchtend erklärt und ist deshalb nachvollziehbar. Klar, warum kann das denn nicht in Ostfriesland passieren? Ein logistisch und strategisch idealer Ort. Einwandfrei gemacht.

Alles in allem ein gelungenes Werk und sehr spannend. Ich würde mich freuen, noch mehr davon zu lesen.


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