Anja liest: Odile Kennel - Was Ida sagt

Ida a dit
Die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Sehr ausführlich und beschwingt beschreibt sie, wie die Protagonistin Louise nach 11 Jahren in ihr Heimatdorf zurückkehrt und dort die Familiengeschichte erkundet. Sie trifft ihre Tante Ida, die sie noch nie gesehen hat und die immer verschwiegen wurde. Ida erzählt ihr ihre Geschichte und bringt den ein oder anderen Lichtschimmer in manch dunkle Ecken.  Manchmal ist es etwas mühselig zu lesen, weil es dauert, bis sie auf den Punkt kommt. Ab und an kommt man durcheinander, weil sie mal in wörtlicher Rede schreibt und dann wieder seitenlang in indirekter Schreibweise erzählt.


Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt in verschiedenen Zeitepochen. Da die Kapitel überschriftet und betitelt sind, kommt man auch nicht durcheinander. Die verschiedenen Denkweisen der erzählenden Personen werden sehr gut wiedergegeben. Bei der Hälfte des Buches angelangt, beginnt man die verworrenen Stränge zu ordnen und die wahre Geschichte zu ahnen und vorherzusagen. Leider passiert das den Personen im Buch nicht. Und so muss man sich tatsächlich bis zum Ende durchlesen, um die Bestätigung für seine Vorahnung zu erhalten. 
Das ist auch das Einzige, was ich an diesem Buch auszusetzen habe: Das Ende ist sowas von unbefriedigend. Als Leser weiß man gewisse Sachen, die Louise nicht weiß und diese Dinge findet sie auch nicht heraus! Ist das nicht frustrierend. Da haut sie sich nächtelange irgendwelche Manuskripte um die Ohren, führt ellenlange Gespräche, um dann am Ende auch nicht mehr zu wissen, als vorher. Warum? Das ist doch doof! Und mich als Leser hat auch extrem gestört.

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